Kleine Wohnung: Leseecke und Gästebett kombinieren
Ein Zimmer, das gleichzeitig als Rückzugsort für Bücher und als Schlafplatz für Besuch dient, klingt nach einem Kompromiss. In der Praxis ist es meistens mehr als das. Wer die Leseecke und das Gästebett geschickt kombiniert, gewinnt einen Raum, der an 360 Tagen im Jahr nutzbar bleibt und trotzdem in wenigen Minuten übernachtungstauglich wird. Entscheidend ist nicht die Größe der Wohnung, sondern die Frage, welche Möbel doppelt funktionieren und welche nur Platz blockieren.
Das Herzstück einer solchen Lösung ist das Schlafsofa. Es ersetzt die klassische Couch und bietet gleichzeitig eine vollwertige Liegefläche, die sich nicht wie eine Notlösung anfühlt. Wer sich für ein Bücherzimmer mit Schlafsofa entscheidet, sollte auf die Mechanik und die Matratzenstärke achten, denn beides entscheidet darüber, ob Gäste morgens ausgeruht aufstehen oder mit Rückenschmerzen. Modelle mit Federkern und einer Liegefläche ab 140 Zentimetern Breite sind für zwei Personen geeignet, während schmale Varianten ab 90 Zentimetern für eine Person völlig ausreichen.
Die Leseecke braucht Licht und eine feste Wand im Rücken. Ein Regal über dem Sofa oder eine hohe, schmale Bücherwand an der Schmalseite schafft Stauraum, ohne den Raum zu erdrücken. Wichtig ist, dass die Regale nicht bis zur Decke reichen, sonst wirkt das Zimmer wie eine Bibliothek mit Bett. Eine Leselampe mit verstellbarem Arm, ein kleiner Beistelltisch und ein Sessel, der sich zur Seite schieben lässt, runden die Ecke ab. Wer den Sessel auf Rollen stellt, kann ihn am Abend einfach beiseite schieben, wenn das Sofa ausgeklappt wird.
Für Gäste zählt vor allem, dass Bettwäsche, Handtücher und eine Ablage für Kleidung griffbereit sind. Ein Fach im Sofa oder eine flache Truhe unter dem Fenster lösen das Problem, ohne zusätzliche Möbel zu erfordern. Verdunkelungsvorhänge und eine kleine Nachttischleuchte mit warmem Licht machen aus dem Lesezimmer innerhalb weniger Minuten ein Gästezimmer. Wer diese Punkte von Anfang an mitdenkt, muss später nicht umbauen und spart sich den Kompromiss, der viele kleine Wohnungen unnötig eng macht.